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Projektreisebericht 2025

Ein Team der ÖJAB besucht seine EZA-Projekte in Burkina Faso

Ende 2025 besuchte Dr. Kiswend-sida Mikhaïlou Dera, Bereichsleiter der ÖJAB-Entwicklungszusammenarbeit (EZA) die EZA-Projekte der ÖJAB in Burkina Faso. Ziel des Besuchs war es, laufende Projekte zu überprüfen und mögliche neue Initiativen mit neuen Partner:innen auszuloten. Die Reise fand in Abstimmung mit der NGO GRAD-A statt, die als Vertretung der ÖJAB in Burkina Faso fungiert.

Die WASH-Projekte verbessern weiterhin die Sanitärversorgung in ländlichen Gebieten

Die am längsten laufenden Projekte der ÖJAB Gemeinsam – Sauber – Gesund in Samba und Hygiene ist Gesundheit in Doulougou verbessern den Hygienezustand in ländlichen Gemeinden in Burkina Faso. Dazu errichtet die ÖJAB gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation GRAD-A Kompostlatrinen mit Handwaschanlagen für kinderreiche, von Armut betroffene Familien und bietet ihnen Hygiene- und Gesundheitsschulungen an.

In Samba in der Region Yaadga (bis 2025: Nord), besuchte das ÖJAB-Team den Bürgermeister, den Hygienebeauftragten und weitere Projektbeteiligte. Gemeinsam besichtigten sie die zehn in 2025 neu errichteten Latrinen und lauschten den Erzählungen der Begünstigten, wie die Latrine ihr tägliches Leben verbessert haben. Die Arbeit von ÖJAB und GRAD-A in Samba wird durch die ortsansässige Gemeinschaft Laafi Zaka unterstützt. Die Gruppe organisiert Aktionen zur Verbesserung der Gesundheit in der Gemeinde.

Auch in Doulougou in der Region Kadiogo (bis 2025: Centre) traf das Team von ÖJAB und GRAD-A Begünstigte und andere Projektbeteiligte, unter anderem die Aktionsgemeinschaft für Hygiene Yiligmde la Laafi. Nachdem im Vorjahr eine Verbesserung der baulichen Qualität beobachtet wurde, freute sich das Besuchsteam auch über eine deutliche Verbesserung bei den Hygieneschulungen und -zuständen unter den Begünstigten. Diese Verbesserung kann in erster Linie auf die Bemühungen der Partner:innen vor Ort zurückgeführt werden. Die ÖJAB baute 2025 fünf neue Latrinen in Doulougou.

Erste Zuchterfolge bei „Eine Viehzucht für Frauen“

Das Projekt Eine Viehzucht für Frauen in der ländlichen Gemeinde Komsilga in der Region Kadiogo hilft Frauen dabei, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Das Team um Dr. Dera freute sich über gute Fortschritte, nachdem es zu Projektbeginn zu Verzögerungen bei der Auswahl einer passenden Gemeinde kam. Im Projekt erhielten 60 Frauen, 30 davon Binnenvertriebene „Starterkits“, bestehend aus drei weiblichen Ziegen, einem Ziegenbock und Tierfutter, um eine Viehzucht zu starten. Am Ende des Projekts wählen die Begünstigten einige ihrer gezüchteten Ziegen aus und geben sie als Teil eines neues Starterkits weiter, um so einen positiven Dominoeffekt zu erzeugen. EMESA, eine örtliche Schule für Tiermedizin und Projektpartner der ÖJAB führt begleitend Schulungen zur richtigen Betreuung der Tiere durch und kontrolliert regelmäßig ihren Zustand. Das Projekt „Eine Viehzucht für Frauen“ wird durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Wien ermöglicht.

Bei ihrem Besuch traf die ÖJAB-Gruppe Begünstigte und örtliche Behördenvertreter:innen, die sich alle sehr über das Projekt freuten und sich herzlich für die Unterstützung bedankten. Während des Besuchs hatte ein Großteil der Ziegenweibchen bereits Junge geboren oder war trächtig. Somit ist eine gute Basis für eine weitere positive Entwicklung des Projekts gegeben.

Ergiebige neue Zusammenarbeit mit Berufsbildungszentren

Berufsbildung spielte seit den Anfängen der Entwicklungszusammenarbeit der ÖJAB in Burkina Faso in den 1960er Jahren eine zentrale Rolle. Nachdem beim letzten Besuch in Burkina Faso vielversprechende Schulen ausfindig gemacht wurden, startete die ÖJAB Anfang 2025 das Projekt Mit Handwerk Zukunft schaffen. Die ÖJAB unterstützt die zwei Berufsbildungszentren CFPP/Vénégré und Centre de Formation Professionnelle Sainte Louise (CFP - SL) bei der Begleichung logistischer Kosten und sponsert jährlich einen Teil der Schulgebühren von 30 jungen, bedürftigen Auszubildenden. Die beiden Einrichtungen sind in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou in der Region Kadiogo und bieten Ausbildungen in gefragten Handwerksberufen an, wie etwa Installationswesen, Gebäudeelektrik oder in der Lebensmittelverarbeitung.

Das ÖJAB-Team besichtigte die Einrichtungen und sprach mit den Schulleiter:innen über bestehende Herausforderungen sowie Wege, die Bildungsangebote weiter zu verbessern. In unabhängigen Gesprächen mit den Auszubildenden, konnten diese auch ihre Bedürfnisse kommunizieren. Die erste Bilanz zeigte sehr erfreuliche Ergebnisse: 95% der unterstützten Auszubildenden bestanden die Abschlussprüfung und erhielten ihr CQP (Französisch: Certificat de Qualification Professionnelle). Die zwei Ausbildungszentren nutzten das Projekt für Networking und zum Austausch ihrer Erfahrungen und ihres Wissens.

Ausweitung nachhaltiger Imkereiprojekte für höhere Einkommen

Nach einem aussichtsreichen Start des Bienenzuchtprojekts Der Honig von morgen in der Gemeinde Pabré in der Region Kadiogo übertrug die ÖJAB dieses Konzept auf einen größeren Rahmen. Das neue Projekt Bienen schaffen Zukunft wird in der ländlichen Gemeinde Kourinion in der Region Guiriko (bis 2025: Hauts-Bassins) im westlichen Burkina Faso durchgeführt. Die Projekte dienen der Steigerung der Einkünfte ländlicher Haushalte und dem Schutz der Artenvielfalt, wozu gesunde Bienenvölker beitragen. Die ÖJAB und ihre Partnerorganisation Agrovetapic stellen Bienenzüchter:innen moderne Imkereiausrüstung zur Verfügung und schult sie in deren Anwendung. Diese neuen Methoden ermöglichen weniger invasive Kontrollen und Ernten und die Bienen können mehr Honig mit höherer Qualität herstellen. Außerdem erhalten die Begünstigten Hilfe beim Verkauf und Agrovetapic unterstützt die Imker:innen begleitend mit fachlicher Expertise.

Erste Ernten in Pabré lieferten bis zur dreifachen Menge an Honig als traditionelle Imkereimethoden. So wurde das Projekt von den Begünstigten und anderen Projektbeteiligten durchwegs wohlwollend angenommen. Verbesserungspotential zeigte sich vor allem bei den Verkaufsstrategien der Bienenprodukte.

In Kourinion begleitete das Team der ÖJAB den Aufbau von 100 neuen Bienenstöcken und die Vorbereitung deren Besiedelung durch Bienenvölker sowie ein Training für die Begünstigten durch die Expert:innen von Agrovetapic. Der größte Unterschied zum Pilotprojekt ist ein stärkerer Fokus auf Frauen und junge Menschen als Zielgruppen, die durch das Projekt mehr finanzielle Unabhängigkeit erlangen sollen. Dies ist vor allem durch ihren niedrigen sozialen Status in traditionellen, ländlichen Gesellschaften in Burkina Faso zu begründen.

Bitte spende für die ÖJAB-EZA! Spenden ermöglichen einen Großteil der Arbeit der ÖJAB in Burkina Faso. Selbst kleine Summen können Großes bewirken. Hier spenden!

  • Gefördert aus Mitteln der Stadt Wien